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Wertschätzung schafft Wertschöpfung

Viele Studien belegen, dass Wertschätzung den meisten Angestellten wichtiger ist als das Geld. Und doch ist es leider in vielen Unternehmen immer noch so, dass Wertschätzung viel zu kurz kommt. Informationsquellen rund um die Themen Lob, Anerkennung und Wertschätzung gibt es reichlich. Die Tipps sind gleichermaßen hilfreich wie einfach umzusetzen und beginnen meist bei der persönlichen Anrede mit dem Namen, über aktives Zuhören bis hin zum interessierten Nachfragen. Denn: Bei dem Thema Wertschätzung steht nicht die Leistung im Vordergrund, sondern der Wert des Menschen wird geschätzt.

Soviel zur Theorie. Vor einigen Jahren habe ich einen schönen Text gelesen, der mich damals wie heute schmunzeln ließ und mir bei meinen Überlegungen rund um das Thema Wertschätzung in den Sinn kam. Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich? Lesen Sie selbst:

Eine Ode an den November (von Willi Näf.)
«Ein eigenartiger Tag», hatte Dr. Hagelstern am Morgen gemurmelt, als er den Wecker abdrehte. Psychologen haben ein feines Gespür. Er sollte Recht behalten. Punkt halb zehn führte seine Assistentin ihm einen neuen Patienten in die Praxis, den Herrn Monat November. Dr. Hagelstern schluckte. «Ich muss sagen», meinte er, «Sie sind der erste Monat, der sich bei mir Rat holt.» «Danke, Sie sind meine einzige Hoffnung», sagte Herr
November. «Mein Kummer ist: Niemand liebt mich.» Leise begann Herr
November zu weinen.

Dr. Hagelstern hielt Herrn Novembers schwach belaubte Hand. «Wie kommen Sie zu dieser Annahme?» «Ich bin wertlos», schüttete Herr November sein Herz aus. «Jeder Monat hat einen Höhepunkt, ein Fest, einen Feiertag, Ferien, irgendwas, worauf sich die Menschen freuen. Im Oktober die Herbstferien, im Dezember Advent und Weihnachten. Und ich? Nichts. Ich bin auch zwischen die Sportsaison gefallen. Stattdessen kaltes Hudelwetter.» Herr November schluchzte. Die Assistentin servierte heißen Tee. «Ich hätte gerne etwas, das mich auszeichnet.»

«Sind Sie nicht der Monat der Stille? Der Monat, in dem die Philosophie blüht? Die Literatur am Kaminfeuer? Sie könnten der Monat sein, der den Menschen Zeit gibt für das, was sie zu tun lieben. Zeit zum Sein. Zuständig für die Lebens-Zeit».

Herr November war glücklich, bedankte sich und ging hinaus in den Nieselregen.

Dr. Hagelstern stand am Fenster, nippte lächelnd am Tee und freute sich des Lebens. Er wusste, heuer würde es ein prächtiger November werden!

Machen Sie doch mal ein kleines (Gedanken)-Experiment und fragen Sie sich:

  • Was zeichnet eigentlich meine Mitarbeiter / Kollegen aus?
  • Welche Mitarbeiter / Kollegen würde ich welchem Monat zuordnen – und warum?
  • Welchem Monat würde ich mich selbst zuordnen

Der vermeintlich triste November könnte doch eine gute Zeit sein, über diese Fragen zu sinnieren (natürlich ist auch jeder andere Monat dafür geeignet).

Viel Vergnügen beim „um die Ecke denken“. Und wenn Sie mögen, lassen Sie mich wissen, was Sie Neues über sich und Ihre Mitarbeiter / Kollegen erfahren haben.

Marion Müller

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